Dichtung und Wahrheit


Mein neuer Blog wird das Beste, Klügste und Innovativste sein, was Sie seit langem gelesen haben. Das ist ein Versprechen. Nun ja. Sicher sind Ihnen schon viele solcher Behauptungen begegnet, vor allem von Unternehmen, die Ihnen etwas verkaufen oder Sie von etwas überzeugen wollen. Oder vielleicht neigen Sie selbst dazu, in Ihren eigenen Kommunikationsmaßnahmen derartige Versprechen abzugeben. Es ist verlockend, auf Superlative zurückzugreifen, da diese sich bekanntermaßen nicht überbieten lassen. Im Journalismus heißt es, ein Superlativ müsse normalerweise auf einer faktischen Grundlage basieren. Das „beste Jahresergebnis“ eines Unternehmens ließe sich also durch historische Zahlen belegen. Und die Feststellung, eine Firma sei der „größte Anbieter von x“, sollte auf Informationen zu Marktanteilen fußen. Diese Regel – kein Superlativ ohne stichhaltigen Beleg – kann man recht einfach auf Marketing- und Kommunikationsaktivitäten übertragen. Die Verwendung von Fakten – statt leerer und zum Teil abgedroschener – Behauptungen trägt mit Sicherheit dazu bei, die Glaubwürdigkeit einer Botschaft oder das Vertrauen in eine Marke zu stärken. Vor allem bei der Handhabung oben genannter Fakten geht es dann auch um Genauigkeit. Haben Sie in letzter Zeit mal einen Vieraugencheck ausgelassen oder die Freigabeschleife bei der Publizierung von Inhalten auf der Webseite bzw. das Korrektorat vor dem Druck einer Unternehmensbroschüre? Das passiert ganz schnell – vor allem, da mittlerweile die Kommunikation größtenteils „in Echtzeit“ ablaufen soll und das Zielpublikum angesichts des größeren Anbieterwettbewerbs immer höhere Anforderungen an zeitnahe Information stellt. Das kann aber durchaus negative Auswirkungen auf Ihre Glaubwürdigkeit haben. Und schnell ist eben nicht immer besser: Schnell verrutscht in offiziellen Texten das Komma in einer wichtigen Zahl und Flüchtigkeitsfehler schleichen sich ein. Das kann eine Reihe von unangenehmen Konsequenzen mit sich bringen – von der Kundenbeschwerde bis hin zu einer Klage. Natürlich sind wir nur Menschen, und Fehler passieren nun einmal. Aber eine ordentliche Korrekturschleife zahlt sich immer aus. Versprochen.