Über Stil lässt sich streiten


Beim geschriebenen Wort scheiden sich noch immer die Geister. Nicht nur unter Kommunikatoren entbrennen mitunter heiße Gefechte über Kommas und Bindestriche, Abkürzungen und Satzbau. Jeder weiß es besser. Auch wenn in der deutschen Sprache bereits viele Regeln vom Duden vorgegeben werden, mangelt es nicht an Interpretationsspielraum – und somit potenziellen Streitpunkten. Vom Englischen ganz zu schweigen. Hier fängt der Kampf bereits bei den grundlegenden Schreibweisen an: amerikanisches oder britisches Englisch? Danach wird es nicht einfacher. In der Kommunikationsrealität bedeutet das, auch kleine Unternehmen sollten über einfache, aber klare Regeln verfügen, an die sich Mitarbeiter halten können, um sprachliches Chaos und Scharmützel am Schreibtisch zu vermeiden. Das sorgt nicht nur für einen einheitlichen Auftritt, sondern erleichtert in der Regel auch die Arbeit. Beim Umfang kommt es wie so oft auf ein gesundes Maß an: mit Überregulierung erreicht man oft das Gegenteil dessen, was man bezweckt. Menschen sind auch nur Rebellen. Idealerweise lassen sich die wichtigsten Grundregeln auf einer Seite darstellen – am besten mit ein paar passenden Beispielen, denn die sind oft anschaulicher. Einmal festgelegt, sollten die Regeln in der offiziellen Kommunikation konsistent angewandt werden und so Bestandteil der Marke und Identität eines Unternehmens werden. Bei der Regelfindung darf man sich ruhig von den Stilbibeln größerer Publikationen oder Verlagshäuser inspirieren und journalistische Grundsätze zu Wortwiederholungen, Satzlänge und so weiter mit einfließen lassen. Der Qualität Ihrer Texte wird das sicher nicht schaden. Je nach Kanal und Zielgruppe können stilistische Mittel natürlich variieren – das sollten Sie gerade im Kontext digitaler Medien beachten und mit in Ihre Schreibregeln einfließen lassen. Und ein bisschen Individualität muss immer erlaubt sein. Neben der sprachlichen Qualität zählt dann vor allem die Qualität der Inhalte, die kommuniziert werden. Denn auch die schönsten Worte können über einen Mangel an Substanz nicht hinwegtäuschen. Darüber lässt sich nicht streiten.